Jede Bautätigkeit muss genehmigt werden. Genehmigungsbehörde für das Vorhaben in Villmar ist das Regierungspräsidium Gießen. Bevor dieses jedoch grünes Licht geben kann, müssen alle eingereichten Unterlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz und den Belangen der Behörden geprüft werden.

Das Regierungspräsidium sichtet dafür alle Studien und Gutachten, welche während der Planungen erstellt wurden. Zentral hierbei sind die Bereiche Anwohner- und Naturschutz.

 

Unabhängige Gutachter berechnen, welche Geräusche von den Anlagen zu hören sein werden und ob sie Schatten auf bewohnte Gebiete werfen.

  • Für Schallgutachten beziehen spezialisierte Gutachter die bestehenden Schallquellen mit ein und prognostizieren, wie sich die Geräuschkulisse mit den Windenergieanlagen entwickeln wird.
  • Generell gilt, dass in Gebieten, in denen Menschen wohnen und arbeiten, die Geräuschkulisse dauerhaft 60 Dezibel nicht überschreiten darf. Nachts müssen 45 Dezibel eingehalten werden. Dies ist leiser als eine ruhige Unterhaltung.
  • Um zu ermitteln, ob bewegliche Schatten auf Wohnhäusern fallen, wird eine Maximalrechnung erstellt. Dabei wird davon ausgegangen, dass die Sonne immer scheint und immer Wind weht. Dies findet in der Realität so nie statt.

 

Ein Büro für Landschaftsplanung und Naturschutz ermittelt, ob Tiere von dem Windpark eingeschränkt werden könnten.

  • Dafür wurden aufwändige avifaunistische Untersuchungen vorgenommen, bei dem Arten im vorgesehenen Gebiet am Galgenberg nach standardisierten wissenschaftlichen Methoden kartiert wurden.
  • Mit diesen Vor-Ort-Erfassungen werden seltene, gefährdete oder geschützte Arten ermittelt.
  • Weiterhin bewerten Landschaftsplaner die Schutzgüter Boden und Wasser und stuft sie ein.

 

Vergleichbares Projekt in Brandenburg

 

Genehmigungsanträge für das Windenergieprojekt bei Villmar

Um den Galgenberg südöstlich von Villmar windenergetisch nutzen zu können, hat UKA die Genehmigung für zunächst eine Windenergieanlage des Typs Vestas V136-3,45 MW eingereicht. Das Regierungspräsidium Gießen erhielt Ende Juli 2016 die Unterlagen und prüft diese auf Vollständigkeit. Sobald die Genehmigungsbehörde die Vollständigkeit des Antrags schriftlich beschieden hat, prüft sie die Unterlagen im Detail. Eine Antragstellung für die weiteren geplanten Windenergieanlagen der Bürgerenergie Villmar GmbH & Co. KG ist vorgesehen.

Momentan liegen alle notwendigen Unterlagen für den ersten, von UKA geplanten, Projektabschnitt mit einer Windenergieanlage vor. Für die weiteren vorgesehenen Anlagen laufen die aufwendigen Prüfungen und Untersuchungen noch. Die Bürgerenergie Villmar GmbH & Co. KG wird für die geplanten fünf Anlagen die entsprechenden Anträge einreichen.

Das Regierungspräsidium Gießen wird die Unterlagen sichten und prüfen sowie die Behördenbeteiligung durchführen. Sie richten sich dabei nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz.