Während der ersten Schritte des Projektes galt das Hauptaugenmerk der Frage, ob die Anwohner durch die Windenergieanlagen beeinflusst werden. Da die Anlagen Geräusche erzeugen und je nach Stand der Sonne Schatten werfen, müssen Richtwerte eingehalten werden.

 

Schall

Der Hauptteil der Geräusche, die von einem Windenergiepark zu hören sind, stammt von den Rotorblättern. Sie werden durch die Bewegung der Blätter im Wind erzeugt. Die Technik in der Anlage, etwa das Getriebe oder die hydraulischen Pumpen, ist manchmal auch zu hören.

Laut Bundes-Immissionsschutzgesetz darf in Dorfgebieten der Schall der Windenergieanlagen nicht mehr als 45 Dezibel betragen. Dies entspricht der Geräuschkulisse eines Wohnviertels ohne Straßenverkehr.

 

Grafik - Lärmometer

 

Infraschall

Infraschall entsteht durch bewegte Luft ‒ in der Natur beispielsweise durch Wasserläufe, Gewitter oder Wind. Er begegnet uns im Alltag im Straßenverkehr oder in Häusern mit Heizungsanlagen. Infraschall hat mit unter 20 Hertz eine sehr niedrige Frequenz und ist für den Menschen nicht hörbar.

Bei Windenergieanlagen entsteht Infraschall durch die Verwirbelungen der Luft, die das Rotorblatt erzeugt, wenn es sich bewegt. Infraschall von Windenergieanlagen erreicht Menschen, die in der Nähe von Winparks leben, nur gering. Durch die Abstände zwischen den Anlagen und Wohnhäusern verebben die Schallwellen.

Messungen und Untersuchungen zeigen, dass Anwohner von Windenergieanlagen keine Gesundheitsschäden durch den Betrieb von Windenergieanlagen zu befürchten haben. Dazu informierten unter anderem auch der ehemalige Niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel sowie das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung.

 

Schatten

Durch die sich drehenden Rotoren entsteht ein beweglicher Schatten, der sich je nach Sonnenschein und -stand sowie der Windrichtung ändert. Bei der Planung der Windenergieanlagen in Villmar und Selters prognostizierten die Entwickler, auf welche Fläche Schatten fallen wird. Dabei wurde mit einem Jahr gerechnet, an dem die Sonne jeden Tag scheinen und sich die Windenergieanlage immer drehen würde. Das Ergebnis ist also ein maximal möglicher Schattenwurf, welcher jedoch in der Realität in dieser Form nie eintreten wird.

Der Länderausschuss für Immissionsschutz beschloss, dass von einer Windenergieanlage in einem Jahr nicht mehr als insgesamt 30 Stunden Schatten auf Wohnbebauung geworfen werden darf. Pro Tag soll ein Schatten sich nicht mehr als eine halbe Stunde auf Wohngebiete ausbreiten.

Die Schattenprognose wurde anhand von Kartendaten des Geodatenportals des Landes Hessens erstellt. Sie zeigt, dass die Schatten, die auf die Gebiete in Villmar und Selters fallen, die Grenzen komplett einhalten.