Wie viel Strom werden die Anlagen produzieren?

Die in der Genehmigung befindliche Anlage des Typs Vestas V136-3,45 MW kann je Stunde bis zu 3,45 Megawatt Strom erzeugen. Weitere 18 Megawatt sollen mit den Anlagen der Bürgerenergie Villmar GmbH & Co. KG realisiert werden. Damit ist eine wirtschaftliche Energiegewinnung möglich, die die Region mit sauberem, umweltfreundlichem Strom versorgt.

Wie groß werden die Anlagen?

Die von UKA zur Genehmigung eingereichte Anlage besteht aus einem Turm, der 132 Meter hoch ist. Darauf sitzt das Generatorenhaus, an das die Rotoren gekoppelt sind. Ein Rotor misst 66 Meter in der Länge. Wenn sich ein Rotor vertikal in einer Geraden mit dem Turm befindet, ist die Anlage insgesamt knapp 200 Meter hoch.

Wird man sie im Ort sehen?

Die Anlagen sind je nach Standort und Winkel von den Wohnorten sichtbar. Da die ausgewählten Anlagen in einer lichtgrauen Farbe gestrichen sind, werden keine Glanzeffekte oder Reflektionen auftauchen.

Wird man die Anlagen hören?

Die Windenergieanlagen werden bei sehr ruhiger Umgebung in den benachbarten Gemeinden zu hören sein. Die Richtlinien des Bundes-Immissionsschutzgesetzes werden dabei jedoch vollständig eingehalten - die Geräuschkulisse entspricht dann ungefähr der einer ruhigen Unterhaltung.

Wie weit stehen die Anlagen von Villmar und Selters entfernt?

Villmar: 1.200 Meter

Münster: 1.200 Meter

Selters: 4.700 Meter

Werden die Windenergieanlagen die Tierwelt in Villmar und Selters beeinflussen?

Tiere am Boden gewöhnen sich schnell an die Bauwerke in ihrem Lebensbereich. Gerade kleinere Wirbeltiere finden am Turmsegment Schutz. Um den Höherberg sind verschiedene Vögel angesiedelt. Die meisten von ihnen fliegen nur in einigen Metern Höhe und damit außerhalb des Rotorenbereiches. Brutplätze von Greifvögeln befinden sich allesamt in einem angemessenen Abstand außerhalb des Gebietes. Zum Schutz von Fledermäusen können die Windenergieanlagen bedarfsgerecht abgeschaltet werden, so dass ein mögliches Konfliktpotenzial minimiert wird.

Stellen Windenergieanlagen eine Gefahr für die Vogelwelt dar?

20 Jahre Forschung von Ornithologen zeigen eindeutig: Vögel kollidieren nicht in großer Zahl mit Windenergieanlagen. Auch eine langfristige Beeinträchtigung des Verhaltens der Vögel ist nicht zu beobachten. Die größte Bedrohung für die Artenvielfalt geht vom Klimawandel aus.

Andere menschliche Eingriffe in den Lebensraum der Vögel wie Gebäude oder der Straßenverkehr stellen eine weitaus größere Gefahr dar. Bedeutende Vogelbrut- und -rastgebiete bleiben bei der Wahl der Standorte für Windenergieanlagen ohnehin grundsätzlich außen vor. Das garantieren naturschutzrechtliche Prüfungen im Laufe jedes Verfahrens zur Genehmigung einer Windenergieanlage. Besteht im laufenden Betrieb dennoch eine akute Bedrohung für brütende oder vorbeiziehende Vögel, werden die Anlagen zeitweise abgeschaltet. Die Praxis zeigt jedoch, dass die Kollisionsgefahr sehr gering ist. Die Vögel weichen kleinräumig aus. Die Rotoren der heute gebauten Anlagen drehen sich zudem weit über den durchschnittlichen Flughöhen. Zugvogelarten halten meist mehr Abstand von den Windrädern, werden jedoch nicht vertrieben.

Grundsätzlich gilt: Klimaschutz ist immer auch Natur- und Artenschutz.

Windenergie ist eine treibende Kraft der Energiewende, des größten Klimaschutzprogramms der Geschichte. Der Wandel des Klimas führt bei Vögeln nachweislich zu deutlichen Verhaltensänderungen. Erneuerbare Energien helfen die Produktion von CO2 zu vermeiden und bremsen so die Erderwärmung. Allein im Jahr 2012 konnten sie 146 Milliarden Tonnen Klimagase einsparen.

Können die Anlagen auch ausgeschaltet werden?

Windenergieanlagen können sehr viel schneller abgeschaltet werden als Kernkraftwerke oder Kohlekraftwerke. Hierzu werden einfach die Rotorblätter aus dem Wind gedreht. Neben dieser aerodynamischen Bremse verfügen die in Villmar und Selters errichteten Windenergieanlagen auch über hydraulische Bremsen. Neben manuellen Eingriffen des Netzbetreibers oder Windparkbetreibers schalten die Windenergieanlagen bei zu starkem Wind oder zu einprogrammierten Zeiten, beispielsweise für Fledermäuse oder bei zu intensivem Schattenwurf vollautomatisch ab.