Wie stark weht der Wind über Villmar und Selters?

Bei Villmar und Selters liegt eine mittelhohe Windgeschwindigkeit vor. Der hessische Windatlas nennt für diese Regionen eine Windgeschwindigkeit von durchschnittlich 6,0 m/s in 140 Meter Höhe. Näheres dazu: Fläche für Windenergie in Villmar und Selters.

Ist Windenergieerzeugung in Villmar und Selters bei den Windverhältnissen überhaupt sinnvoll?

Absolut! Die Onshore-Windbranche hat innerhalb weniger Jahre eine technologische Leistungsfähigkeit erreicht, mit der sie fast die Hälfte des erneuerbaren Stroms in Deutschland produziert. Dank der Turmhöhe moderner Anlagen gelangt man auch in Mitteldeutschland in Luftschichten mit wirtschaftlichem Windertrag. Auch die restliche Anlagentechnik hat in den vergangenen zehn Jahren einen immensen Entwicklungssprung gemacht. Mitte der neunziger Jahre erzeugte eine Anlage maximal 500 Kilowatt je Stunde. Heute produziert eine Anlage bei idealen Bedingungen stündlich mehr als drei Megawatt. Diese Modelle haben größere und effizientere Rotoren, die sich langsamer bewegen und nur geringe Geräusche erzeugen. Arbeiteten alte Windenergieanlagen mit 40 bis 60 Umdrehungen in der Minute, drehen sich bei den Modellen von heute die Rotoren 10 bis 20 Mal innerhalb einer Minute. Trotz der niedrigen Umdrehungszahl kann mehr Strom erzeugt werden.

Kann Windenergie die Energiewende bewerkstelligen?

Wind ist unerschöpflich - er ist eine unabhängige Energiequelle. Windkraft an Land hat sich in den letzten Jahrzehnten zum saubersten und kostengünstigsten Energielieferanten entwickelt. Damit ist sie das Rückgrat der Energiewende: Schon heute macht Windenergie an Land fast die Hälfte des in Deutschland produzierten erneuerbaren Stroms aus. Nachdem unser Land mehr als zwei Jahrzehnte umfassende Erfahrungen mit den verschiedensten erneuerbaren Energien gesammelt hat, findet aktuell eine Konsolidierung statt. Während die Bedeutung von unwirtschaftlichen Energien wie der Biomasse abnimmt, ist Windenergie an Land aufgrund ihrer Effizienz die Energie der Zukunft. Dies hat auch die Politik erkannt, die sich mit dem reformierten Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) zur Windenergie an Land als wichtigster erneuerbarer Energieform bekennt. Windstrom ist die effizienteste erneuerbare Energie – im Vergleich zur benötigten Landfläche und den investierten Mitteln zum erzeugten Strom schneidet Windstrom am besten ab. Das macht ihn zur kostengünstigsten Energie – die Vergütung moderner Windenergieanlagen liegt unter den volkswirtschaftlichen Kosten neuer fossiler Kraftwerke.

Warum können wir nicht einfach weiter auf fossile Energieerzeugung setzen?

Erstens: Immer mehr klimatische Extremereignisse zeigen, dass sich das Klima ändert. Die Hauptursache ist der enorme Kohlenstoffdioxidausstoß (CO2) gerade bei der Erzeugung von Strom. Die Atomenergienutzung ist wegen der unkalkulierbaren Gefahren keine Alternative zu herkömmlichen Kohle- und Gaskraftwerken. Erneuerbare Energie, besonders die Nutzung der Windenergie, ist die volkswirtschaftlich günstigste Alternative für eine Stromerzeugung ohne klimaschädliche Auswirkungen.

Zweitens: Zum jetzigen Zeitpunkt ist Deutschland auf Brennstoffimporte angewiesen, um den Energiebedarf abzudecken. Dabei wird laut Bundesministerium für Wirtschaft und Energie der Hauptteil der Energieträger aus dem Ausland importiert – überwiegend aus politisch unruhigen und instabilen Regionen. Zudem sind fossile Brennstoffe beinahe erschöpft. Den Schlüssel zur Lösung dieser Probleme besitzen wir mit einem einheimischen Energieträger bereits: Windenergie. Sie ist sauber und in Deutschland im Übermaß verfügbar.

Den Wind als Energiequelle zu nutzen, ist keine Erfindung unserer Zeit. Am Ende des 18. Jahrhunderts gab es allein in Norddeutschland 30.000 Windmühlen, mit denen sich die Menschen die Kräfte der Natur für ihre Gemeinden nutzbar machten. Heute erfährt diese dezentrale Energieerzeugung eine Renaissance.